Gründe (für) einen CVJM: Die Zukunft beginnt jetzt

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Die Zukunft beginnt jetzt

... so heißt eine Projektidee, die im Kreisverband Starkenburg entwickelt wurde und inzwischen viele Freunde im CVJM Westbund gefunden hat. In Kooperation mit Kirchengemeinden wird eine eigenständige und durch ehrenamtliche Mitarbeiter getragene Jugendarbeit in der Vereinsform des CVJM aufgebaut.

Das Grundkonzept

Solche Gründungsinitiativen gibt es jetzt in sehr unterschiedlichen Einsatzorten und Regionen, es liegen inzwischen Erfahrungen aus über 15 Einsatzorten vor – die Ergebnisse sind überraschend positiv. Dabei wird mit einem sehr ähnlichem Modell gearbeitet: ein Hauptamtlicher an mehreren Gründungs-Standorten, Zeitrahmen drei Jahre, Start mit Jugendgruppe/Jungschar. Der/die Hauptamtliche soll grundsätzlich nur unterstützen und entwickeln, nicht vordringlich die Arbeit machen, obwohl dies zu Beginn unerlässlich ist. Für den Hauptamtlichen ist es sehr wichtig, dass von allen Beteiligten klar getrennt wird zwischen seinem Auftrag für neu zu gründende Vereine und den alten Vereinen im Kreisverband, die keinen grundsätzlichen Anspruch auf Mitarbeit haben.


Die Träger der Gründungsinitiativen

Träger von Gründungsinitiativen sollten im Westbund hauptsächlich die Kreisverbände sein, aber auch einzelne starke Vereine oder - in Ausnahmefällen oder besonderen Regionen - der Westbund selbst, wären als Träger denkbar. Weil die vorhandenen Gründungsinitiativen strukturell sehr ähnlich und sehr erfolgreich sind, soll dieses Modell besonders gefördert werden und unter dem im KV Starkenburg entwickelten Namen „Die Zukunft beginnt jetzt“ den Kreisverbänden empfohlen werden. Dabei soll die Verwendung dieses Namens an die Einhaltung einiger Kennzeichen und Qualitätsstandards gebunden sein, um die Erfolgschancen der Aktion zu verbessern. Kernpunkte sind dabei der Projektcharakter, die Einbindung in die Arbeit einer Kirchengemeinde, die Mitverantwortung der Gemeinde, die Ehrenamtlichkeit der Arbeit und das Ziel der Vereinsgründung. Diese Kennzeichen werden durch den Fachausschuss Vereinsgründung weiterentwickelt und werden z.B. durch Praxisvorschläge und Vertragsentwürfe auf dieser Homepage erklärt und leichter nutzbar gemacht.


Die Praxis

Unabdingbar sind sehr klare Absprachen/Verträge und Ansprechpartner vor Ort, möglichst nicht nur der Pfarrer, sondern auch junge Erwachsene, Eltern, Aktive aus „alten Zeiten“, nahe wohnende CVJMer aus dem KV, etc. In der Startphase erscheint eine Verknüpfung der Jugendarbeit mit der KonfiArbeit empfehlenswert (z.B. KonfiCastle). Mit dem Start der Arbeit muss parallel der Start der Mitarbeitersuche einhergehen, möglicherweise bietet das Puls-Modell des ejw einen guten Ansatz zur Einbindung Erwachsener. Obwohl Bestandsaufnahme und Maßnahmenkatalog zu Beginn gemeinsam mit dem Vertragspartner erarbeitet werden, gibt es fast immer noch mal Diskussionen mit dem Kirchenvorstand bzgl. Selbstständigkeit („geht nicht auch eine CVJM-Gruppe?“) wenn die konkrete Gründung eines CVJM ansteht. Oft wird das Prinzip der Ehrenamtlichkeit nicht verstanden, die Gemeinden stützen sich nur auf die Arbeit des Hauptamlichen und haben keine Alternative, wenn dieser geht. Auch fehlt den Gemeinden manchmal eine klare Vision in Bezug auf die Arbeit mit Jugendlichen.


Tipps für „Neueinsteiger“

  • So schnell wie möglich einen Verein gründen (besser im ersten als im dritten Jahr), da die Strukturierung innerhalb eines Vereins hilft die Arbeit tragfähig zu machen. Manchmal kann es notwenig sein, einfach einen Gründungstermin festzulegen.
  • Überörtliche und überregionale Veranstaltungen nutzen.
  • Konfirmanden-Arbeit (zum Beispiel KonfiCastle) nutzen.
  • Stiftungen und Spenderkreise zur Finanzierung der Initiative gründen.
  • Ein guter Informationsfluß mit den Kreisvorständen und Kirchenvorständen ist notwendig
  • Vor Ort viel über zwischenmenschliche Beziehungen und Begegnungsmöglichkeiten arbeiten, auch wenn es Zeit kostet.
  • Deutlich machen, dass die Initiative eine Initialzündung ist, die dann ohne den Hauptamtlichen weitergeführt werden soll.
  • Am besten mit zwei Gemeinden beginnen.


Ein paar Detailfragen

Ein Fragebogen kann helfen, mit den Trägern der Gründungsinitiative Details der Ausgestaltung zu diskutie ren und festzulegen. Unsere Ergebnisse und Empfehlungen sind hier zusammengefasst:

  • Erhaltungs- oder Gründungsinitiative, was ist besser? --> Die Erhaltung eines bestehenden Vereins, der keine oder nur noch wenig Jugendarbeit betreibt, ist dann schwieriger als eine Neugründung, wenn die Strukturen, die zu dieser Situation geführt haben, noch vorhanden sind.
  • Welche Laufzeit soll das Projekt haben? --> Eine Projektdauer von 3 Jahren erscheint ausreichend. Ist dann noch keine Arbeit entstanden und noch kein CVJM gegründet, dann besteht eine gute Chance, dass sich dies auch bei einer Verlängerung nicht verbessert. Es sollte dann besser ein anderer Standort gesucht werden.
  • Wie viele Einsatzorte sollte es geben? --> Es wird eine Aufteilung auf zwei Einsatzorte als günstig emfpunden. Eine größere Zahl senkt zwar die finanzielle Belastung für den Kreisverband, senkt aber auch die Chance für einen Erfolg. Bei nur einem Einsatzort wird die Abhängigkeit des Ortes vom Hauptamtlichen wird zu stark – eine Fortsetzung auf rein ehrenamtlicher Basis wird erschwert.
  • Wie sollte die Refinanzierung erfolgen? --> Spendenfinanziert auf Seite von Kreisverband und Kirchengemeinde ist oft besser als Rücklagen- oder Stiftungsfinanzierung bzw. Finanzierung über die freien Gemeindepädagogenstellen der Dekanate oder Kirchengemeinden, weil alle Träger aktiv werben und werden müssen.
  • Wer führt die Dienst-/Fachaufsicht? --> Die Dienst- und Fachaufsicht sollte beim Kreisverband liegen, allerdings muss Kooperationsbereitschaft mit den Stellen vor Ort signalisiert und ermöglicht werden. Dazu ist die Einrichtung einer Steuerungsgruppe notwendig, die sich aus Mitgliedern des Kreisverbandes, des (neuen) CVJM und der jeweiligen Kirchengemeinde zusammensetzt. Der Westbund unterstützt die Begleitung des/der hauptamtlichen Mitarbeiters/Mitarbeiterin der Gründungsinititative.
  • Welche Gruppen und Formen eigenen sich gut für die Aufbauphase? --> Ganz wichtig sind Mitarbeiterkreis und Hauskreis, die sowohl geistliche als auch organisatorische Inhalte haben. Eine offene Jugendarbeit oder eine Arbeit an Schulen ist nicht zu empfehlen, weil daraus kaum ehrenamtliche Mitarbeiter hervorgehen. Besser gelingt der Start mit den Klassikern (Jungschar, Jugendkreis). Die Übernahme von Religions- und Konfirmandenunterricht eignet sich nur als Kurzzeitvertretung z.B. zur Einladung in die Jungschargruppen – die fehlende Freiwilligkeit der Teilnehmer verhindert ansonsten den Aufbau einer Atmosphäre, die Jugendliche zu einer ehrenamtlichen Mitarbeit anregt.
  • Welche Qualifikation und Ausrichtung der Hauptamtlichen sind hilfreich/notwendig? --> Erfahrungen mit ehrenamtlicher CVJM-Arbeit scheinen wichtiger zu sein, als eine formale Qualifikation für Jugendarbeit.
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